Schock beim Heizen: Ölpreise klettern auf Rekordhoch

Wer mit Öl und Gas heizt, muss diesen Winter tiefer als sonst in die Tasche greifen / Pellets bleiben preisstabil

Postbauer-Heng, 9. Februar 2012: Die Preise für Heizöl sind in dieser Woche auf Rekordhoch geklettert. Für 100 Liter Heizöl mussten Verbraucher am Donnerstag im Bundesdurchschnitt 93,20 Euro bezahlen (bei Abnahme von 3000 Litern), geht aus der Marktübersicht der Firma Tecson hervor. Das ist der höchste Wert seit dreieinhalb Jahren.

Auch Rohöl ist mit 118 Dollar für einen Barrel der Nordseesorte Brent so teuer wie seit Monaten nicht. War es im Sommer 2008 die Bankenkrise, die den Ölpreis in die Höhe schnellen ließ, ist es aktuell die anhaltende Kältewelle, die die ohnehin seit Monaten steigenden Rohölpreise noch weiter in die Höhe treibt. Ölhändler berichten, die Nachfrage nach Rohöl sei sprunghaft gestiegen, und aufgrund der Witterung werde die Versorgung der Raffinerien und Tanklager behindert. Flüsse als wichtige Lieferwege seien zugefroren.

Viele Verbraucher waren auf den verspäteten Wintereinbruch offenbar nicht vorbereitet und mussten kurzfristig Heizöl nachbestellen. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage sind die Preise und Wartezeiten gestiegen. Bis zu vier Wochen müssen Verbraucher auf ihre Heizöllieferung warten, berichten Händler, und dafür tief in die Tasche greifen.

Öl über 40 Prozent teurer und auch der Gaspreis steigt

Ob nun die aktuelle Schuldenkrise in Europa, die Unruhen in der arabischen Welt im vergangenen Frühjahr oder die Ankündigung Teherans, die Straße von Hormus zu schließen, der Ölpreis reagiert sensibel. Leittragende sind die Verbraucher. So stieg der Heizölpreis in den vergangenen fünf Jahren um 43 Prozent. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger ist für 2012 im Mittel ein Preisanstieg von 15 Prozent zu erwarten. Im Vorjahr waren es 20 Prozent. Dem Gasmarkt stehen laut Expertenmeinung ähnlich turbulente Zeiten bevor. So geht die Unternehmensberatung A.T. Kerney davon aus, dass die Erdgaspreise auf den europäischen Märkten bis 2015 um 30 bis 40 Prozent steigen. Allein im vergangenen Jahr haben 500 der 850 deutschen Gasversorger ihre Preise im Schnitt um zehn Prozent erhöht.

Tausende Euro Ersparnis mit einer Pelletheizung

Alternative Brennstoffe wie Holzpellets haben längst bewiesen, dass sie unabhängig vom Ölpreis sind. Die jährliche Preissteigerungsrate liegt laut Deutschem Pelletinstitut (DEPI) konstant bei drei Prozent. Der Preisvorteil von Holzpellets im Vergleich zu Heizöl beträgt aktuell 48 Prozent.

Pelletheizungen werden in Deutschland seit Beginn dieses Jahrtausends in nennenswertem Umfang eingebaut. Eine Familie, die sich im Januar 2002 eine Pelletheizung angeschafft hat, kann nach zehn Jahren Betrieb auf eine rentable Investition zurückblicken. 625 Euro beträgt die durchschnittliche jährliche Einsparung für Pelletheizer, hat das DEPI errechnet. Geht man bei der Anschaffung von Mehrkosten in Höhe von 5.300 Euro gegenüber einer Ölheizung aus, haben diese sich nach zehn Jahren amortisiert. „Seit 2004 werden die Betriebskostenvorteile beim Heizen mit Pellets immer offensichtlicher. Tendenziell wird die Schere zwischen Öl- und Pelletpreis weiter aufgehen. Dadurch wird der Amortisierungszeitraum einer Pelletheizung gegenüber einer Ölheizung noch stärker verkürzt“, sagt DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele.

 

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